Adaptive Immunität

Tim Mayer

Adaptive Immunität

Die adaptive Immunität ist ein hochentwickeltes immunologisches System, das sich bei Wirbeltieren entwickelt hat, um spezifische Bedrohungen durch Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen. Im Gegensatz zur angeborenen Immunität, die angeborene Mechanismen wie Hautbarrieren und Entzündungsreaktionen umfasst, ist die adaptive Immunität spezifisch und hat eine Gedächtnisfunktion. Dies bedeutet, dass der Körper in der Lage ist, sich an bereits bekannte Erreger zu erinnern und bei erneutem Kontakt eine schnellere und stärkere Immunantwort zu initiieren.

Anpassungsfähigkeit und Spezifität

Die adaptive Immunität ist in der Lage, sich an eine Vielzahl von Krankheitserregern anzupassen, indem sie spezifische Abwehrmechanismen entwickelt. Dies geschieht durch die Produktion von Antikörpern und die Aktivierung von T-Lymphozyten, die beide darauf abzielen, den Erreger gezielt zu bekämpfen. Antikörper, die von B-Lymphozyten produziert werden, erkennen und neutralisieren spezifische Antigene auf der Oberfläche von Krankheitserregern. T-Lymphozyten töten infizierte Zellen direkt ab oder aktivieren andere Zellen des Immunsystems, um dies zu tun.

Erkennung von Antigenen

Die adaptive Immunität erkennt Krankheitserreger anhand von spezifischen Molekülen, die als Antigene bezeichnet werden. Antigene können Proteine, Kohlenhydrate oder Lipide sein, die auf der Oberfläche der Erreger vorhanden sind. Die T-Zellen und B-Zellen des adaptiven Immunsystems sind in der Lage, Antigene zu erkennen und eine Immunantwort auszulösen. Die Erkennung von Antigenen ist äußerst vielfältig und spezifisch und ermöglicht es dem Körper, unterschiedliche Erreger zu erkennen und darauf zu reagieren.

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Humorale und zelluläre Immunantwort

Die adaptive Immunität kann in zwei Hauptkomponenten unterteilt werden: die humorale und die zelluläre Immunantwort. Die humorale Immunantwort wird hauptsächlich von B-Lymphozyten vermittelt und beinhaltet die Produktion von Antikörpern, die spezifische Antigene binden und neutralisieren können. Die zelluläre Immunantwort hingegen wird von T-Lymphozyten gesteuert und beinhaltet die direkte Abtötung von infizierten Zellen.

Immunologisches Gedächtnis

Eines der bemerkenswertesten Merkmale der adaptiven Immunität ist das Immunologische Gedächtnis. Wenn der Körper zum ersten Mal mit einem neuen Erreger in Kontakt kommt, werden spezifische T- und B-Lymphozyten aktiviert, um eine Immunantwort zu initiieren. Ein Teil dieser Lymphozyten entwickelt sich jedoch zu Gedächtniszellen. Bei einer erneuten Begegnung mit demselben Erreger können diese Gedächtniszellen schnell reaktiviert werden, um eine schnellere und effizientere Immunantwort zu ermöglichen.

Fazit

Die adaptive Immunität ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Immunsystems von Wirbeltieren. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit und Spezifität kann der Körper verschiedene Krankheitserreger erkennen und bekämpfen. Die Fähigkeit zur Produktion von Antikörpern und zur Aktivierung von T-Lymphozyten ermöglicht es dem Körper, spezifisch auf eine Bedrohung zu reagieren. Das immunologische Gedächtnis trägt dazu bei, dass der Körper besser auf wiederholten Kontakt mit einem Erreger vorbereitet ist. Die adaptive Immunität ist ein faszinierendes System, das uns vor Krankheiten schützt und uns gesund hält.

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